Variationen über ein ungarisches Tanzlied

(SW 1034)

Ein Klaviertrio in der eher raren Besetzung mit Bläsern präsentiert uns der Komponist mit diesem Opus. Die sonst bei dieser Werkgattung meist verwendete Besetzung Violine, Violoncello und Klavier lautet hier Klarinette, Fagott und Klavier. Wir kennen das beispielsweise von Brahms, dass je eines der beiden sonst üblichen Streichinstrumente durch ein Blasinstrument ersetzt wird, wie etwa in dessen Klarinettentrio die Violine durch eben die Klarinette oder in dessen Horntrio das Violoncello durch ein Horn ersetzt wird. Beim vorliegenden Werk von Ridil stehen dem Klavier dagegen statt Violine und Cello gleich 2 Holzblasinstrumente zur Seite.

Wie bereits aus dem Werktitel ersichtlich, handelt es sich formal um einen klassischen Variationszyklus. Als Thema fungiert dabei ein Tanzlied aus Ungarn, das kein Geringerer als Béla Bartók als Volksliedforscher seinerzeit in seiner Sammlung Für Kinder veröffentlicht hat. In den folgenden 6 Variationen wird dieses Thema mit viel musikalischem Witz und großem Anspielungsreichtum nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt, wobei die 6. Variation in einer krönenden Schlussfuge besteht, in deren Verlauf das Fugenthema kontrapunktisch mit dem eigentlichen Hauptthema vereint wird. Die dabei entstehenden komplexen polyphonen Verflechtungen erreichen beinahe schon Regersche Dimensionen, dabei wirkt alles scheinbar ganz leichtfüßig und heiter, beinahe tänzerisch.

Martin Schmeck

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