„Ständchen“

(SW 1043)

Männerchor – TTBB

Ein vom Komponisten leicht gekürzter Text aus „Des Knaben Wunderhorn“ wird hier in mehreren Abschnitten vertont, wobei die durch den Text vorgegebenen rhythmischen Modelle im horizontalen wie vertikalen Verlauf ständig wieder auftauchen, fast in der Strenge einer isorhythmischen Motette. Der zugrunde liegende 6/8-Takt wird immer wieder gebrochen, um dann erneut aufgenommen zu werden, dadurch entstehen prägnante rhythmische Rückungen wie in der Alten Musik. Das Melos ist zum einen durch die stringente Linearität, zum anderen durch die vom Modalen her rührenden Bildungen von einer gewissen Herbheit geprägt. Auch als reine „Augenmusik“ ist es herrlich zu sehen, wie der Text mal linear, mal in Versatzstücken durchgeführt wird. Vielleicht ist Ridil in diesem, 1993 komponierten Chorstück Brahms mit am nächsten, insbesondere dessen Fähigkeit „über die Taktstriche hinweg zu komponieren“. Auch kommen einem dessen Chöre wie zum Beispiel „Stand ein Mädchen, stand an Berges Abhang“ u. a. in den Sinn, wenn der Satz nach allerhand eng geführtem, beinahe barock daherkommenden „16tel-Zierrat“ schließlich in den prächtigen, 6stimmigen Schluss mündet; ein recht anspruchsvolles, aber umso lohnenderes „Schmankerl“.

Martin Schmeck

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